Wertvolle Tipps für einen erfolgreichen Einstieg in das Jurastudium 

22.03.2021

  

Der Einstieg in den Studienalltag bringt für Schulabgänger eine gewaltige Umstellung mit sich und birgt zahlreiche Herausforderungen. Angehende Jurastudenten sehen sich zusätzlich mit einer Art Wolf im Schafspelz konfrontiert. Das zunächst unscheinbar wirkende Jurastudium verlangt Erstsemestern neben umfangreicher Organisation auch eine neue Denkweise ab.


Fehler zu Beginn des Jurastudiums vermeiden
Fehler am Anfang des Studiums haben unter Umständen verheerende Auswirkungen und sind später nur schwer zu beheben. Daher ist es für den Jurastudenten von elementarer Bedeutung, von Beginn an alles richtig zu machen.
 
Auf dem Laufenden bleiben
Gesetze und Rechtsprechung sind ständigen Veränderungen unterworfen. Vielfach sind aktuelle Entwicklungen bei Jura ein großes Thema. Spätestens bei der mündlichen Prüfung ist es entscheidend, über aktuelle Ereignisse informiert zu sein. Es bietet sich daher an, bereits zu Beginn regelmäßig die überregionalen Nachrichten zu verfolgen.

An Vorlesungen teilnehmen
Vorlesungen sind freiwillig. Viele Studenten verzichten gerne auf die Teilnahme und vertiefen sich stattdessen in Lehrbücher. Diese sind jedoch nicht imstande, die anschaulichen und praxisorientierten Lehrveranstaltungen zu ersetzen. Gerade zu Beginn ist es entscheidend, sich mit der rechtlichen Denkmethode vertraut zu machen. Dies gelingt am besten unter Anleitung. Vieles ist nicht das, was es scheint und falsch eingeprägte Definitionen sind nur schwer wieder aus dem Kopf zu entfernen.

Die richtigen Lehrbücher für Jura
Lehrbücher sind ein gutes Stichwort. Es gibt Unmengen an juristischen Fachbüchern, die den Stoff jeweils unterschiedlich vermitteln. Um nicht im Chaos zu versinken, ist es sinnvoll, sich zunächst auf die Literaturempfehlungen des Professors zu beschränken. Anschließend steht ein Besuch in der Bibliothek an. Hier sind die einzelnen Bücher anzulesen, um das am besten verständliche auszuwählen.

Fachzeitschriften lesen
Fachzeitschriften spielen bei Jura eine große Rolle. Sie enthalten umfangreiche Aufsätze zu komplexen Rechtsthemen, Kommentare zu Gerichtsentscheidungen und vieles mehr. Oft erschlagen die Informationen Studienanfänger. Dennoch zeigen die Zeitschriften Probleme auf und präsentieren vielfältige Argumentationsmethoden. Sie bieten daher einen guten Zugang zur juristischen Denkweise und schulen Erstsemester im Umgang mit Meinungsstreits.

Das Gelernte sofort nacharbeiten
Da sich Studenten im ersten Semester noch in Sicherheit wiegen, arbeiten sie das erworbene Wissen nicht nach. Dies rächt sich jedoch in späteren Semestern. Die hier vermittelten Grundlagen bilden das Fundament für alle weiteren Rechtsbereiche und vertiefende Vorlesungen gibt es oft nicht. Daher ist es existenziell, von Anfang an alles nachzubereiten, damit sich der Stoff einprägt.

Unterschiede zwischen Studium und Schule
Studium und Schule unterscheiden sich erheblich. Wer sich in der Schule ein erfolgreiches Lernkonzept erarbeitete, ist nun gezwungen, in vielerlei Hinsicht umzudenken.

Individuelles Lernen
Zu Schulzeiten ist das Lernen komplett vorgegeben. Es gibt feste Stundenpläne, zugeteilte Fächer und festgelegte Hausaufgaben. Im Jurastudium ist Selbstorganisation gefragt. Es gilt, die richtigen Kurse zu belegen und sich früh ein eigenes Lernkonzept zu erarbeiten.

Kaum Einzelbetreuung
Im Vergleich zu einer Schulklasse sind Studenten anonym, wenn sie sich nicht regelmäßig an den Vorlesungen beteiligen. Die Professoren kümmern sich nicht von selbst um ihre zahlreichen Zuhörer. Hier ist Selbstinitiative gefragt: Einfach nach Ende der Veranstaltung den Professor fragen, wenn etwas unklar ist.

Hausarbeiten
Hausaufgaben in der Schule sind in der Regel übersichtlich. Im Studium sehen sich Erstsemester mit der Aufgabe konfrontiert, umfangreiche Hausarbeiten mit vielen Seiten zu schreiben. Dabei sind außerdem fest vorgeschriebene Stilvorgaben zu beachten. Auch hier hilft ein gutes Konzept weiter. Das Schreiben einer Hausarbeit ist zudem nur einmal zu lernen. Daher gestalten sich zukünftige Arbeiten wesentlich leichter.

Vorlesungsfreie Zeit
Für viele Schulabgänger überraschend: Die Hausarbeiten sind in der sogenannten vorlesungsfreien Zeit zu schreiben. Hierbei handelt es sich somit nicht um Ferien, die ausschließlich der Erholung dienen. Auch die erforderlichen Praktika sind in dieser Zeit zu absolvieren. Mit einer guten Organisation ist es jedoch möglich, alles unter einen Hut zu bekommen und Zeit zum Entspannen zu finden.

Der Demotivation entgegenwirken
Ein Schock für Erstsemester stellt das juristische Benotungssystem dar. Dieses erscheint unfair und sorgt dafür, dass auch gute Schüler plötzlich wesentlich schlechtere Noten haben – zumindest auf dem Papier.

Das Benotungssystem erklärt
Statt maximal 15 Punkten in der Schule gibt es nun bis zu 18 Punkte. Trotzdem sind 4 Punkte ausreichend, um eine Leistung von fünfzig Prozent zu erreichen. Eine Benotung oberhalb von 9 Punkten ist dabei purer Luxus. Weniger als zwanzig Prozent aller Studenten erreichen im Ersten Staatsexamen eine zweistellige Punktzahl.

Alles halb so schlimm
Um den Spaß an Jura nicht zu verlieren, ist es oft notwendig, sich von der oberen Notenskala zu verabschieden. Gemeint sind hier die Noten gut und sehr gut. Diese erhalten jedoch ohnehin nur wenige Absolventen eines Jurastudiums. Auch mit den übrigen Noten sind genug Arbeitsplätze zu finden. Dies gilt sogar für die begehrten Stellen im öffentlichen Dienst. Selbst hier reicht regelmäßig ein vollbefriedigend oder ein befriedigend als Abschlussnote aus.


Fazit
Das Jurastudium birgt zahlreiche Gefahren und bietet oft Anlass zur Frustration. Der Aufwand lohnt sich jedoch. Ein abgeschlossenes zweites Staatsexamen öffnet viele Türen und bietet den Absolventen Zugang zu einer Vielzahl von Arbeitsplätzen.


Redaktion/ Dekima Medien